10 Fakten zum typischen Wirtschaftsbetrüger

in Advisory, 11.12.2013

Betrugsspezialisten versuchen schon seit längerem, das Profil eines typischen Wirtschaftsbetrügers zu definieren, um Täter dereinst mit hoher Wahrscheinlichkeit auf frischer Tat zu ertappen. Vor diesem Hintergrund hat KPMG im Rahmen der Studie «Global profiles of the fraudster» Daten von Forensik-Spezialisten aus den Regionen Europa, Naher Osten und Afrika, Nord- und Südamerika sowie Asien-Pazifik gesammelt. Als Basis dienten Informationen aus konkreten Untersuchungen von Betrugsfällen im Zeitraum von August 2011 bis Februar 2013. Insgesamt wurden 596 Betrüger analysiert, die an Taten in 78 Ländern beteiligt waren.

Die Analyse hat verschiedene Wesensmerkmale zutage gefördert, was die Betrüger und deren Wirkungsweise angeht:

  1. Alter: 70% der Betrüger sind zwischen 36 und 55 Jahre alt.
  2. Anstellung: 61% der Betrüger sind bei den Unternehmen, die sie schädigen, angestellt. 41% der Täter waren dort über sechs Jahre lang beschäftigt.
  3. Absprachen: In 70% der Betrugsfälle handelte der Täter in geheimer Absprache mit anderen.
  4. Art: Die häufigste Betrugsform ist die Veruntreuung von Vermögenswerten (56% der Fälle), Unterschlagung (40%) und Betrug im Einkauf (27%).
  5. Schaden bei Einzeltätern: Wenn Betrüger alleine handelten, wurden 69% der Fälle über einen Zeitraum von ein bis fünf Jahren begangen. Von diesen verursachten 21% einen Schaden von USD 50‘000 bis 200‘000 und 16% von USD 200‘000 bis 500‘000. In 32% dieser Fälle überstieg der Schaden USD 500‘000 und in 9% dieser Fälle sogar USD 5‘000‘000.
  6. Schaden bei mehreren Tätern: Wenn Betrüger gemeinsam handelten, wurden 74% der Fälle über einen Zeitraum von ein bis fünf Jahren begangen. Die Betrugsfälle beliefen sich in 18% der Fälle auf USD 50‘000 bis 200‘000. In 43% der Fälle überstieg der Schaden USD 500‘000, in 16% sogar USD 5‘000‘000.
  7. Verfahren: 93% der Betrugsfälle bestanden aus mehreren Transaktionen. In 42% dieser Fälle lag der durchschnittliche Wert pro Transaktion zwischen USD 1‘000 und 50‘000.
  8. Zeitraum: 72% aller Betrugsfälle wurden über einen Zeitraum von ein bis fünf Jahren Hohes Vertrauen erhöht das Risiko.
  9. Cyberkriminalität: Neue Technologien haben neue Arten von betrügerischem Verhalten geschaffen. Dabei zeigt sich, dass Hacker immer weniger politische, dafür immer häufiger finanzielle Ziele verfolgen.
  10. Vertrauen: Wirtschaftsbetrüger werden meist als hoch respektierte Mitarbeitende wahrgenommen, die im Unternehmen viel Vertrauen geniessen.

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