5 aktuelle Trends im Gesundheitswesen

in Advisory, Audit, Healthcare, Industry insights, 13.11.2013

An einer Konferenz mit Gesundheitsspezialisten aus aller Welt hatte ich die Möglichkeit, mich über die aktuellsten Entwicklungen im Gesundheitswesen auszutauschen. Die dabei entdeckten länderübergreifenden Gemeinsamkeiten waren beachtlich. Die wichtigsten Befunde der Konferenz sind nun in einer kürzlich publizierten Broschüre zusammengefasst.

Es ist kein Geheimnis: Die Gesundheitssysteme befinden sich weltweit in grossem Wandel und sehen sich mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Dazu zählen die immer älter werdende Bevölkerung, Wohlstandskrankheiten wie Übergewicht oder Herz- und Gefässkrankheiten, die rasante technologische Entwicklung, erhöhte Erwartungen und bessere Informiertheit seitens der Patienten und die explodierenden Kosten.

KPMG verfügt über ein grosses, globales Gesundheitswesen-Netzwerk und hat eben dieses im Oktober 2012 zu einer Konferenz in Rom eingeladen. Mehr als 40 Entscheidungsträger und Spezialisten, welche die grössten Organisationen aus dem Gesundheitswesen aus 22 Ländern repräsentierten, diskutierten vor dem genannten Hintergrund Erkenntnisse, Ideen und gaben Einschätzungen ab. Trotz der Unterschiede zwischen den verschiedenen nationalen Systemen entdeckten die Delegierten erstaunliche Ähnlichkeiten in der Art und Weise, wie Kostenträger und Anbieter des Gesundheitswesens ihre Strategien weiterentwickeln und neue Ansätze generieren. Zusammengefasst wurden fünf weltweite Trends identifiziert:

Trend 1: Fokussierung der Kostenträger

Egal ob staatliche Stellen oder Versicherer – sie alle werden zu «aktiven Kostenträgern», welche vermehrt auf den Nutzen der erbrachten Leistung fokussieren, im Bereich der Medikation bewusster Einkaufen, das Patientenverhalten gezielter zu beeinflussen versuchen und den Fokus vermehrt auf die Prävention setzen

Trend 2: Anbieter werden zu «Gesundheitswesen-Systemen»

Anbieter sind in Anbetracht der unumgänglichen strukturellen Veränderungen gezwungen, ihre aktuellen Geschäftsmodelle zu überdenken. Einige Spitäler werden die Möglichkeit haben, sich in Richtung ganzer «Gesundheitssysteme» zu entwickeln. Dies beinhaltet umfassendere und integriertere Dienstleistungen (unter Einbezug von Prävention und Rehabilitation). Gleichzeitig müssen solche Spitäler aber auch mehr Verantwortung für den nachhaltigen Nutzen für ihre Patienten übernehmen. Andere Spitäler brauchen mindestens ebenso radikale Ansätze, um ihr bestehendes Geschäftsmodell zu reorganisieren und sich in einem Bereich zu spezialisieren.

Trend 3: Patient wird vom Empfänger zum Partner

Es besteht die Notwendigkeit, Patienten in neue Behandlungsansätze zu involvieren und sie so zu aktiven Partnern im Behandlungsprozess zu machen anstatt nur zu Leistungsempfängern. Dies erfordert neue Systeme und Behandlungsmodelle. Ein Arzt erwähnte während der Konferenz, dass er und seine Berufskollegen ihre Rolle im System überdenken müssten. Er fasste dies unter dem Motto: „From God to Guide“ zusammen.

Trend 4: Schwellenländer als Innovations-Generatoren

Der rapide Aufbau des Gesundheitswesens in Schwellenländern in Asien, Afrika und Süd-Amerika wird einen Einfluss auf die globale Wahrnehmung des Gesundheitswesens haben. Die Länder dieser Kontinente sind nicht vorbelastet durch traditionelle Sichtweisen und Strukturen in Bezug auf die Organisation des Gesundheitswesens. Dadurch entsteht Raum für innovative und kostengünstige Lösungen.

Trend 5: Ansatz zur integrierten Versorgung

Die nachhaltige Veränderung des Systems und ein besserer effektiver Nutzen für die Versicherten werden als direkte Resultate von neuen Ansätzen der «Integrierten Versorgung» angesehen. Eine Umfrage unter den Konferenzteilnehmenden bestätigte, dass eine verstärkte Integration, welche unter anderem auch Aspekte der Prävention berücksichtigt, einen bessern Nutzen für Patienten erzielt und dies bei gleichzeitig sinkenden Kosten.

Die Verantwortlichen der Gesundheitswesen weltweit müssen sich frühzeitig mit all diesen Veränderungen auseinandersetzen, wollen sie der Zukunft erfolgreich begegnen. Praktische Antworten auf schwierige Fragen sind also gefordert – diese Suche wird uns weiterhin stark beschäftigen.

Eine detaillierte Übersicht zu den während der Konferenz geführten Diskussionen, den aufgezeigten Entwicklungen sowie zahlreiche globale Beispiele bieten zwei Publikationen von KPMG:

Dienstleistungen für das Gesundheitswesen bei KPMG


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