Ein Unternehmen ist einer Vielzahl an Risiken ausgesetzt, die in der Praxis in verschiedene Kategorisierungen erfasst werden. Häufig sind diese Risiken in sich komplex und stehen dazu weiterhin in interdependenten Beziehungen. Die Risiken zu erfassen, zu aggregieren und zu limitieren stellt eine Herausforderung dar. Es hilft aber, sich in einem ersten Schritt mit dem ultimativen Folgerisiko, nämlich dem Liquiditätsrisiko, zu beschäftigen und sich danach rekursiv mit anderen Risiken und deren Liquiditätsauswirkungen auseinanderzusetzen.
Das Liquiditätsrisiko
Liquiditätsrisiko kann als die Wahrscheinlichkeit definiert werden, dass eine Unternehmung seine finanziellen Obligationen nicht zeitgerecht oder in voller Höhe begleichen kann. In der Praxis ist allerdings eine eher dispositive Definition sinnvoll, nämlich als negative Abweichung tatsächlicher oder realisierter Cashflows von den erwarteten Cashflows. Grundsätzlich sollte ein finanzielles Gleichgewicht angestrebt werden, indem die Einzahlungen im Laufe der Zeit die Auszahlungen übersteigen. Dies ist im Zeitablauf allerdings nicht immer der Fall und es gibt Planabweichungen in der Liquiditätsplanung die es zu erklären gilt (Trends und Saisoneffekte sind schon berücksichtigt) und damit das Liquiditätsrisiko darstellen.
Wie kann ich Liquiditätsrisiko messen?
Liquiditätsrisiko ist an sich ein Folgerisiko, in dem sich andere Risikoklassen ultimativ niederschlagen. Es ist daher sinnvoll, die Übersetzung von anderen Risikoarten wie z.B. Kundenrisiken, Marktrisiken, Wettbewerbsrisiken und anderen strategischen Risiken in einer Simulationsrechnung und Szenario-Analyse zu modellieren und damit die Auswirkungen auf das Liquiditätsrisiko darzustellen und zu messen (z.B. mit Hilfe eines „Cash Flow at Risk“). Dadurch ist es möglich über verschiedene Dimensionen wie Geschäftsbereiche, Regionen, Produkte, Kunden, Lieferanten, Währungen das Liquiditätsrisiko zu messen, zu aggregieren, zu limitieren, zu reduzieren, zu budgetieren und bzw. oder adäquate Liquiditätsreserven vorzuhalten.
Mit diesem Ansatz wird Risikomanagement konkret, messbar und sichert proaktiv die Existenz des Unternehmens in einem globalen Umfeld hoher Unsicherheiten.







