Berner Steuermonitor 2014

in Tax, 06.11.2014

KPMG und der Handels-und Industrieverein des Kantons Bern zeigen im «Berner Steuermonitor 2014» einen systematischen interkantonalen Vergleich der Besteuerung von juristischen und natürlichen Personen auf. Dabei werden die Gewinn-, Kapital- und Einkommenssteuersätze sowie die Einnahmenstruktur des Kantons Bern mit anderen Schweizer Kantonen verglichen. Aufgrund der aktuellen politischen Diskussion werden zudem die Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform III und die bevorstehende Abstimmung zur Pauschalbesteuerung thematisiert.

Handlungsbedarf bei der steuerlichen Standortattraktivität des Kantons Bern

Die Steuerbelastung und die Steuergesetze sind von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich. Im Vergleich mit den Nachbarkantonen sind im Kanton Bern die Einkommens- und Gewinnsteuersätze nach wie vor auf sehr hohem Niveau. Einzig mit der Kapital- und Vermögenssteuersätzen bleibt der Kanton Bern steuerlich relativ attraktiv, ist jedoch dem schweizweiten Trend zur Gewinnsteuersenkung nicht gefolgt. Mit Blick auf die Unternehmenssteuerreform III (USR III) muss der Kanton Bern das Steuersystem genau analysieren, um steuerlich attraktiv zu werden. Bei richtiger und frühzeitiger Umsetzung könnte diese Reform eine Chance für eine höhere Attraktivität des Steuerstandortes Bern sein. Mit einer gelungen Steuergesetzrevision könnte Bern die nachteilige Konkurrenzsituation im Vergleich mit den anderen Kantonen deutlich entschärfen.

Grosser Handlungsbedarf bei Unternehmensbesteuerung

  • Der ordentliche Gewinnsteuersatz des Kantons Bern bleibt sehr hoch (unverändert auf Rang 22) – der Kanton Bern kann folglich nicht im tarifären Steuerwettbewerb bei der Unternehmensbesteuerung mit anderen Kantonen mithalten.
  • Dem allgemeinen schweizweiten Trend der Gewinnsteuersenkung hat sich der Kanton Bern nicht angeschlossen. Umso grösser ist in Bern der Druck neue Zielgrössen für die Gewinnsteuersätze mit Blick auf die USR III zu setzen.
  • Bezüglich Kapitalsteuer ist der Kanton Bern dank tiefer Steuersätze attraktiv.

Hohe Besteuerung der natürlichen Personen

  • Im Bereich der Einkommenssteuer ist der Kanton Bern weiterhin unattraktiv, insbesondere für die mittleren und höheren Einkommensklassen, im Vergleich zu den anderen Kantonen. Darüber hinaus wird es im Rahmen der Angebots- und Strukturüberprüfung ASP 2014 durch die Abschaffung der Pauschalierung des Berufskostenabzugs und der Begrenzung des Fahrkostenabzugs weitere Steuererhöhungen geben.
  • Wie der Kapitalsteuersatz ist auch der Vermögenssteuersatz im Kanton Bern relativ tief. Diese hat jedoch kaum Auswirkungen auf die Standortattraktivität, da di Einkommenssteuersätze weit über dem schweizerischen Durchschnitt liegen. Wichtig bleibt daher, dass der Kanton Bern die Vermögenssteuerbremse nach Art. 66 StG Bern beibehält.
  • Die Pauschalbesteuerung ermöglicht Regionen mit hohen Steuereinnahmen – dazu gehört auch der Kanton Bern – attraktive Lösungen für vermögende Ausländer anzubieten. Ein Wegfall dieses Regimes hätte einen stark negativen Einfluss auf die allgemeine wirtschaftliche Situation der Schweiz, insbesondere für die peripheren und alpinen Regionen wie zum Beispiel das Berner Oberland. Letztendlich würde die Abschaffung der Pauschalbesteuerung zu höheren Steuern für die übrigen Steuerpflichtigen führen.

Berner Steuermonitor from KPMG Switzerland

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