Chinesische M&A-Offensiven

in Advisory, 17.01.2017

In der Schweiz fielen vergangenes Jahr relevante Transaktionen mit chinesischer Beteiligung auf. Trotz gewisser politischer und ökonomischer Unsicherheiten wurde 2016 insbesondere auch aufgrund eines bemerkenswerten Schlussspurts im vierten Quartal allgemein zu einem starken M&A-Jahr. 2017 verspricht weiterhin viel Bewegung auf dem M&A-Markt.

Die Anzahl Fusionen und Übernahmen hat 2016 sowohl in der Schweiz als auch weltweit nochmals zugenommen. So wurde in der Schweiz das zweit- und global das dritt-volumenreichste M&A-Jahr seit 2007 erzielt. Die Anzahl Transaktionen mit Schweizer Beteiligung nahm im Vergleich zum Vorjahr um 3.4% von 350 auf 362 Deals zu. Das Transaktionsvolumen wiederum stieg sogar um mehr als 40% von USD 84.9 Milliarden im Jahr 2015 auf USD 119.1 Milliarden.

Top 10 Swiss M&A Transactions

 

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Global war eine leichte Verunsicherung auf dem M&A-Markt zu spüren, ausgelöst durch politische Grossereignisse wie den Brexit und den Präsidentschaftswahlen in den USA. Diese Faktoren hatten und haben auch Einfluss auf Schweizer Unternehmen. Insgesamt ist die Schweizer Wirtschaft allerdings, trotz der noch immer anhaltenden Frankenstärke, sehr gut aufgestellt und die Marktteilnehmer sind im internationalen M&A-Markt sehr aktiv.

Verstärkte chinesische Investitionen in der Schweiz

Das M&A-Jahr 2016 konnte mit einigen bemerkenswerten Deals aufwarten wie etwa der angekündigten Übernahme von Syngenta durch die China National Chemical Corporation − eine Grosstransaktion, welche stellvertretend für Chinas wachsendes Selbstvertrauen beim Erwerb ausländischer Firmen steht. Mit einem Transaktionswert von USD 43.3 Milliarden ist der Syngenta-Deal der China National Chemical Corporation die bisher grösste chinesische Übernahme eines Unternehmens im Ausland überhaupt.

Dass gerade ein Schweizer Unternehmen im Zentrum der bisher grössten chinesischen Firmenübernahme im Ausland steht, ist ein Beleg für die internationale Attraktivität von schweizerischem Know-how. In den nächsten Jahren könnten andere Schwellenländer dem chinesischen Vorbild folgen und verstärkt im Schweizer Markt investieren. Für die Schweiz bedeutet diese Entwicklung die gewaltige Chance sich zu einer veritablen Plattform für aufstrebende Volkswirtschaften zu entwickeln, welche in Europa investieren wollen.

Steigende M&A-Aktivitäten 2017

Die weltweiten M&A-Aktivitäten werden 2017 vor allem durch zunehmend technologische Treiber wie der Digitalisierung nachhaltig befeuert. Auch der Drang der Finanzinstitute zur Kreditvergabe wegen der hohen verfügbaren Mittel spielt eine Rolle.

Durch die relativ günstigen Finanzierungskosten fällt einer der Gründe weg, die Schweizer Unternehmen daran hindern könnten, in notwendige Massnahmen zur Anpassung ihrer Geschäftsmodelle zu investieren, um ihren Vorsprung vor der ausländischen Konkurrenz zu halten. Unternehmen verschiedenster Branchen haben daher 2016 ihre Geschäftsmodelle angepasst und Geschäftsbereiche veräussert, die nicht zu ihrem Kerngeschäft gehörten. Dieser Trend wird sich 2017 fortsetzen. Für steigende M&A-Aktivitäten sprechen auch die soliden Bilanzen und gesunden Liquiditätsreserven vieler Schweizer Konzerne.

 

Vollständige Publikation: Clarity on Mergers & Acquisitions

 

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