Das neue Rechnungslegungsrecht – Neue Publikationen zur Erstanwendung

in Audit, 19.06.2014

Einzelabschlüsse für Geschäftsjahre beginnend ab 1. Januar 2015 sind erstmals zwingend nach den Bestimmungen des neuen Rechnungslegungsrechts zu erstellen. Als Hilfestellung bei der Erstanwendung hat KPMG zwei Broschüren mit illustrativen Beispielen publiziert.

Übergangsbestimmungen

Bei der erstmaligen Anwendung des neuen Rechnungslegungsrechts lassen die Übergangsbestimmungen drei grundsätzliche Varianten für die Angabe der Vorjahreszahlen zu:

  • Variante 1: Auf die Angabe von Vorjahreszahlen wird gänzlich verzichtet
  • Variante 2: Die Zahlen des Vorjahres werden angegeben, jedoch nicht an die neuen Gliederungsvorschriften angepasst
  • Variante 3: Die Vorjahreszahlen werden an die Gliederungsvorschriften des neuen Rechnungslegungsrechts angepasst

Für die Wahl der passenden Variante können verschiedene Aspekte ausschlaggebend sein, etwa der Kreis der Bilanzleser oder die Komplexität der Jahresrechnung. Zur Veranschaulichung werden die drei Möglichkeiten in der Broschüre „Das neue Rechnungslegungsrecht – Übergangsbestimmungen Art. 2 Abs. 4“ exemplarisch dargestellt und Formulierungsvorschläge für die Erläuterung im Anhang gegeben.

Illustrative Jahresrechnung

In der Broschüre „Das neue Rechnungslegungsrecht – Illustrative Jahresrechnung“ wird anhand eines Beispiels aufgezeigt, wie die Anforderungen an die Darstellung der Jahresrechnung in der Praxis umgesetzt werden können. Die illustrative Jahresrechnung stellt eine mögliche finanzielle Berichterstattung für das Jahr 2016 dar, also das erste Geschäftsjahr nach der erstmaligen Anwendung der neuen Vorschriften auf Grundlage der Übergangsbestimmungen.

Handlungsbedarf

Bei der erstmaligen Anwendung des neuen Rechnungslegungsrechts bestehen mit Bezug auf Darstellung und Bewertung verschiedene Handlungsoptionen. Es empfiehlt sich entsprechend, sich bis zum Jahresende im Detail mit den neuen Vorschriften auseinanderzusetzen und die ab 1. Januar 2015 anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätze zu definieren. Als Ausgangsbasis für die Diskussion von konkreten Darstellungs- und Offenlegungsfragen könnte beispielsweise die bereits verabschiedete Jahresrechnung 2013 im Sinne einer Probe-Jahresrechnung nochmals nach den neuen Bestimmungen aufgestellt werden. Sinnvollerweise wird hier der Wirtschaftprüfer proaktiv einbezogen.

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