Der Schweizer Privatbankenmarkt im Umbruch

in Financial Services, Industry insights, 08.11.2013

Den Nagel auf den Kopf getroffen

Mit Spannung habe ich als Referent unserer neusten Private Banking-Studie die Fragen und Diskussionspunkte der Journalisten an der Medienkonferenz wie auch des (Banken-) Publikums an der Abendveranstaltung vom 5. November 2013 verfolgt. Es überrascht nicht, dass die allgemeine Stossrichtung der meisten Fragen zur „Mindestgrösse einer Bank“, dem „zukünftigen Geschäftsmodell“ sowie betreffend „Zusammenarbeit mit unabhängigen Vermögensverwaltern“ gingen. Dass die Medien in ihrer umfassenden Berichterstattung ihre Schwerpunkte auch auf eine mögliche Einführung des „automatischen Informationsaustausches“ sowie auf Aspekte der zukünftig tieferen „Kompensationen“ legen, ist aus meiner Sicht ebenfalls verständlich. Im Austausch mit Bankenvertretern sind interessante Nebenaspekte sowie mögliche praktische Herausforderungen bei der effektiven Umsetzung der Neuerungen zum Vorschein gekommen. Die Diskussionen bestätigen uns, dass wir zusammen mit der Universität St. Gallen in unserer Studie die richtigen Themen aufgegriffen und diese kompetent und umfassend abgehandelt haben.

Was ist nun zu tun?

Es liegt jetzt in den Händen der Banken, sich mit den anstehenden Herausforderungen, wie sie in unserer Studie aufgezeigt sind, auseinanderzusetzen. Wie wir beim Release der Studie klar dargelegt haben, ist es Zeit, sich nicht nur mit einzelnen Themenblöcken (Märkte, Innovationen, Preisgestaltung, Kunden, Prozesse, Produkte & Dienstleistungen, Governance & Kontrolle, Zusammenarbeit zwischen Vermögensverwaltern und Privatbanken), sondern mit allen Aspekten gleichzeitig auseinanderzusetzen. Es besteht eine grosse Abhängigkeit untereinander und deshalb müssen die Themen als Ganzes betrachtet werden, um zukünftig ein effizientes und erfolgreiches Geschäftsmodell zu etablieren. Ich bin überzeugt, dass es bei den Banken nun um eine grundlegende Weichenstellung geht, die nicht im kleinen Kreis abgehandelt werden kann, sondern wo es ein Commitment des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung braucht und eventuell sogar die Eigentümer einbezogen werden müssen.

Ich bin gespannt, wie die Banken nun tatsächlich den Wandel vorantreiben und hoffe nicht, dass eine „wait-and-see“-Strategie Einzug hält. Dies wäre verheerend für jede Bank! Wir werden auch bei zukünftigen Diskussionen mit den Banken auf den grossen Handlungsbedarf hinweisen. Es ist an der Zeit die Dinge anzugehen und nicht mehr abzuwarten! Rückmeldungen einiger Banken zeigen bereits erste „Erfolge“. Einzelne Institute haben wohl den in der Studie aufgezeigten Handlungsbedarf bereits auf ihre Traktandenliste gesetzt und gehen aktiv daran, unsere Anregungen bei ihren Strategieworkshops in ihre Überlegungen miteinzubeziehen. Das ist das schönste Kompliment, das wir bekommen können!

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