Erste Vorboten eines Umbruchs in der Schweizer Unternehmenssteuerlandschaft

in Tax, 02.04.2019

Wie der «Swiss Tax Report 2019» von KPMG zeigt, kommt dank den Kantonen Waadt und Basel-Stadt Bewegung in die seit Jahren stagnierenden Gewinnsteuersätze für Unternehmen. Die beiden Kantone dürften Vorboten einer Dynamik sein, welche die Schweizer Unternehmenssteuerlandschaft schon bald grundlegend verändern dürfte.

Der «Swiss Tax Report 2019» von KPMG vergleicht die Gewinn- und Einkommenssteuersätze von 130 Ländern sowie allen 26 Kantonen.

Waadt und Basel-Stadt als Vorboten einer zunehmenden Dynamik

In der Rangliste der ordentlichen Gewinnbesteuerung weisen die Zentralschweizer Kantone und der Kanton Appenzell-Ausserrhoden nach wie vor die tiefsten Steuersätze auf. Im Durchschnitt wurden in der Schweiz die Gewinnsteuern für Unternehmen gegenüber letztem Jahr nur marginal gesenkt, so beispielsweise in den Kantonen Zug, Schwyz oder Glarus. Einzig die Kantone Waadt und Basel-Stadt haben die Steuersätze auf dieses Jahr hin markant gesenkt. Diese beiden Kantone dienen auch als Vorboten einer Dynamik, die in naher Zukunft die Schweizer Unternehmenssteuerlandschaft deutlich verändern dürfte.

Irland bleibt härtester europäischer Standortkonkurrent

Im europäischen Vergleich gab es in der Spitzengruppe der Standorte mit sehr tiefen Steuersätzen kaum Veränderungen. Auch 2018 waren die Zentralschweizer Kantone in diesem Segment sehr gut positioniert. Einzig die Kanalinseln (0%) sowie einige (süd-) osteuropäische Staaten wenden noch tiefere ordentliche Gewinnsteuersätze an. Der grösste Standortkonkurrent in Europa bleibt nach wie vor Irland mit einem Gewinnsteuersatz von 12.5%.

Die kantonalen Gewinnsteuersätze für Unternehmen im Überblick

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Zentralschweiz auch für natürliche Personen konkurrenzlos attraktiv

Auch bei der Individualbesteuerung belegen die Zentralschweizer Kantone im interkantonalen Vergleich traditionell die Spitzenpositionen – gemeinsam mit dem Kanton Appenzell-Innerrhoden.

Nach einem sanften Abwärtstrend hat sich der Durchschnitt der Spitzensteuersätze bei den Einkommen in den letzten über zehn Jahren knapp unterhalb der 34%-Marke eingependelt. Die Zentralschweizer Kantone sowie Appenzell-Innerrhoden führen die Rangliste seit 2007 an.

Die Einkommenssteuersätze der Schweizer Kantone im Überblick

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Die Schweiz bei Individualbesteuerung im europäischen Mittelfeld

Die Mehrheit der Schweizer Kantone findet sich bei den Spitzeneinkommenssteuersätzen im europäischen Mittelfeld wieder. Besonders hohe Einkommenssteuersätze weisen weiterhin die westeuropäischen sowie skandinavischen Staaten auf.

Der weltweite Vergleich der Einkommenssteuersätze zeichnet ein leicht durchzogenes Bild: Während die bekannten Offshore-Domizile sowie vereinzelte Nahoststaaten weiter gänzlich auf die Erhebung von Einkommenssteuern verzichten, weisen Länder wie Südafrika, Australien, China oder Japan sehr hohe Spitzensteuersätze auf.

Auf lange Sicht (2007-2019) stechen die mittel- und osteuropäischen Staaten besonders mit ihren Steuersatzsenkungen für Spitzeneinkommen hervor: Ungarn senkte den Satz seit 2007 um 21 Prozentpunkte, Bulgarien um 14 und Tschechien um 10. Dem gegenüber stehen die westeuropäischen Staaten, deren Steuersätze in den letzten über zehn Jahren teils deutlich gestiegen sind – am stärksten in Island von 35.70% (2007) auf heute 46.24%.

 

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