Fraud Barometer 2014: Cyberkriminalität auf dem Vormarsch

in Advisory, 04.02.2015

2014 verzeichnete KPMG 77 Fälle von Wirtschaftskriminalität in der Schweiz. Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl der dokumentierten Fälle somit um 32,7% gestiegen. Obschon die Anzahl Fälle gestiegen ist, sank das insgesamt verursachtes Schadensvolumen 2014 um 35,3% auf CHF 537,2 Millionen. Das höhere Schadensvolumen 2013 war hauptsächlich auf vier Fälle mit Schadenshöhen von jeweils CHF 125 Millionen zurückzuführen. Der erlittene Schaden 2014 war 8% höher als 2012. Wie bereits im Vorjahr war Veruntreuung mit 20 registrierten Fällen das häufigste Vergehen. Die auf kriminellem Weg erlangten Vermögenswerte verwendeten die Täter primär, um ihren Lebensstil oder ein Suchtverhalten, etwa Drogen- oder Spielsucht, zu finanzieren.

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Mehrere Fälle von Cyberkriminalität

Im “KPMG Forensic Fraud Barometer” wurden 2014 sieben Cyberkriminalitätsfälle erfasst, die einen Gesamtschaden von CHF 200,5 Millionen verursachten. In vier davon geht es um Betrug im Online-Handel. Hochwertige, absatzstarke Güter, wie Mobiltelefone bekannter Marken, wurden auf Online-Plattformen zum Kauf angeboten, ohne dass je beabsichtigt war, die Ware auszuliefern. In einem anderen Fall von Cyberkriminalität hatte ein ehemaliger IT-Mitarbeiter eines Elektroinstallationsbetriebes auch nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses noch Zugang zum Unternehmensserver. Manipulationen am Outlook-Kalender seines ehemaligen Arbeitgebers und andere Racheakte verursachten einen Schaden von insgesamt CHF 100 000. In einem weiteren Fall hatte sich eine Gruppe aus vier Männern auf Internetportalen Zugang zu Kreditkartenangaben verschafft. Diese Informationen nutzten sie, um ihren aufwändigen Lebensstils zu finanzieren und verursachten einen Schaden von CHF 78.000.

Zürich mit der höchsten Wirtschaftskriminalität

Wie schon in den vergangenen Jahren wurden in Zürich die meisten Vergehen von Wirtschaftskriminalität begangen. 2014 wurden 27 Fälle im Raum Zürich verzeichnet. Mit CHF 13,8 Millionen ist auch das durchschnittliche Schadensvolumen pro Fall gegenüber anderen Regionen am höchsten. Das Schadensvolumen pro Fall im Tessin, das hinter Zürich Platz zwei belegt, war mit CHF 6,7 Millionen nur halb so hoch. Auch der Fall mit der höchsten Schadenssumme ereignete sich in Zürich. Eine Zunahme der Anzahl und Schadenshöhe von Wirtschaftskriminalität war auch in der Nordwestschweiz zu verzeichnen. In der Zentralschweiz, der Ostschweiz und der Genfersee-Region hingegen fielen die Schäden 2014 geringer aus.

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Finanzinstitute und Investoren am häufigsten betroffen

Finanzinstitute waren 2014 erneut die am stärksten betroffene Opfergruppe, mit einer Gesamtschadenshöhe von CHF 323,3 Millionen. Mit CHF 18 Millionen durchschnittlich erlitten die Finanzinstitute auch die höchsten Schäden pro Fall. Investoren waren die Opfergruppe, die am zweitstärksten betroffen war. Hier betrug die Gesamtschadenshöhe CHF 137 Millionen. Der Schaden pro Fall war hier beträchtlich niedriger und lag bei durchschnittlich CHF 12,4 Millionen.

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Manager verursachen im Schnitt einen Schaden von je CHF 9,3 Millionen

Der grösste erfasste Fall von Wirtschaftskriminalität stammte aus dem Bereich des organisierten Verbrechens und verursachte einen Schaden in Höhe von CHF 200 Millionen. Bereinigt man die Statistik um den grössten erfassten Fall von Wirtschaftskriminalität, wird deutlich, dass Führungskräfte, die keinen ausreichenden Kontrollmechanismen unterliegen, aufgrund ihrer Sonderstellung im Unternehmen auch weiterhin eine grosse potenzielle Gefahr darstellen. In den 18 Fällen, in denen die Täter aus den Reihen des Managements stammten, entstand im Schnitt ein Schaden in Höhe von CHF 9,3 Millionen. Dagegen belief sich der Schaden in den 12 Fällen, in denen Angestellte die Täter waren, auf lediglich CHF 1,9 Millionen pro Fall.

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Interview mit Philippe Fleury

 

 

Weitere Informationen:

 


1 Comment

  1. OliviaSolon

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