Gesundheitsausgaben: Ungebremstes Kostenwachstum muss nicht sein

in Healthcare, 20.04.2018

Die Gesundheitsausgaben wachsen schneller als das Volkseinkommen – dies zeigen die jüngsten Zahlen des Bundesamts für Statistik für das Jahr 2016. Wir zeigen drei erfolgsversprechende Ansätze um diesem Trend zu begegnen.

Die provisorischen Zahlen der Bundesamt für Statistik (BFS) sprechen eine deutliche Sprache: Auch im Jahr 2016 sind die Gesundheitskosten in der Schweiz mit einem Wachstum von 3.8% kräftig angestiegen. Sie erreichen mittlerweile mehr als 80 Milliarden Franken, was einer knappen Verdoppelung innert 20 Jahren gleichkommt. Mittlerweile beträgt das Verhältnis der Gesundheitskosten im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt (BIP) deutlich über 12 Prozent; dies nachdem sie im vergangenen Jahr noch unter 12 Prozent gelegen hatten.

Und das ist der kritische Punkt: Die ungebremste Wachstumsdynamik der Gesundheitsausgaben im Verhältnis zur Wirtschaftsentwicklung. Das BIP wuchs in den letzten Jahren stets langsamer als die Ausgaben für die Gesundheit. Ein Trend,  der die Schweiz mittlerweile im internationalen Umfeld einen wenig rühmlichen Spitzenplatz einnehmen lässt.

Von den Mehrausgaben in der Höhe von 3 Milliarden Franken entfielen rund 80% auf den  Spitalbereich. Und hier liegen auch die wirksamsten Ansätze zur Effizienzsteigerung:

Ansatz Nummer 1: Verlagerung von stationärer zu ambulanter Behandlung

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat vor kurzem eine Liste von Operationen verordnet, die ab 2019 in der Regel nicht mehr stationär durchgeführt werden dürfen. Mit dieser Massnahme, so rechnet das BAG, können jährlich wiederkehrend gesamtschweizerisch mehr als 90 Millionen Franken eingespart werden. Die kostenintensiven stationären Spitalbehandlungen gehen zurück.

Ansatz Nummer 2: Ambulante Pauschalen

Pauschalen haben gegenüber dem Einzelleistungstarif  den Vorteil, dass sie zu einer Begrenzung der Mengenausweitung innerhalb eines Eingriffs führen. Der Operateur hat den Anreiz, nur das auszuführen, was wirklich notwendig ist. Zusätzliche Operationsschritte sind in der Pauschale eingeschlossen und werden nicht mehr gesondert vergütet.

Ansatz Nummer 3: Digitalisierung

Welche Handlungsspielräume die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen eröffnet, lässt sich insbesondere am Beispiel des Patientenpfades „(Haus-)Arzt-Spezialist-Akutspital-Rehabilitation-Pflege-(Haus-)Arzt“ belegen. Also dort, wo in Zukunft das Elektronische Patientendossier (EPD) seinen grössten Nutzen entfalten wird.

Dazu hat KPMG in einer Studie errechnet, dass mit einer durchgehend elektronischen Abwicklung der gesamten Administration (Dokumenteneinträge, Überweisungen,  Terminvereinbarungen etc.) und, damit verbunden, mit einem durchgehend elektronischen Patientenpfad rund 300 Millionen Franken pro Jahr eingespart werden können.

Klar ist also: Wenn die Spitäler ihren Handlungsspielraum im Kontext der Innovation und Digitalisierung nutzen, können sie dazu beitragen, die Kosten zu stabilisieren, die Qualität für den Patienten zu steigern und sich erst noch besser am Markt zu positionieren.

 

 

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