Zug: Unternehmerische Risiken der Erbschaftssteuerinitiative

in Tax, 21.04.2015

Die Besteuerung von Erbschaften und Schenkungen fällt derzeit in die Zuständigkeit der Kantone. Die Initiative «Millionen-Erbschaften besteuern für unsere AHV» fordert die Einführung einer nationalen Erbschafts- und Schenkungssteuer. Der Kanton Zug kennt sowohl eine progressiv ausgestaltete Erbschafts- als auch Schenkungssteuer. Das Zuger Steuergesetz sieht jedoch eine Steuerbefreiung unter anderem für den Ehegatten, die Nachkommen und die Eltern des Erblassers resp. Schenkers vor.

Am 14. Juni 2015 wird die Schweizer Bevölkerung über die Initiative «Millionen-Erbschaften besteuern für unsere AHV» abstimmen. Diese fordert die Einführung einer nationalen Erbschafts- und Schenkungssteuer in Höhe von 20%. Vorgesehen ist ein einmaliger Freibetrag von CHF 2 Millionen auf die Summe des Nachlasses und aller steuerpflichtigen Schenkungen. Schenkungen in Höhe von maximal CHF 20’000 pro Jahr und beschenkte Person sollen ebenfalls steuerfrei bleiben. Die Steuererträge sollen wie folgt aufgeteilt werden: 2/3 würde die AHV (Ausgleichsfonds der Alters- und Hinterlassenenversicherung) erhalten. 1/3 verbliebe bei den Kantonen.

Derzeit wird im Kanton Zug wird insbesondere für Vermögensübergänge an Nachkommen keine Erbschafts- oder Schenkungssteuer erhoben. Bei nicht verwandten Dritten beträgt die maximale Erbschaft- resp. Schenkungssteuer dagegen 20%.

Was eine Annahme der Erbschaftssteuerinitiative für den Kanton Zug bedeuten würde:

  • Im Kanton Zug würde mit der Einführung einer nationalen Erbschaftssteuer für die bisher befreiten Erben oder Schenkungsempfänger (mit Ausnahme des überlebenden Ehegatten) eine Steuer eingeführt, welche unter Vernachlässigung der Abzüge der bislang höchsten Belastungsstufe für nichtverwandte Dritte entspricht. Dies würde einen erheblichen Standortnachteil im internationalen Steuerwettbewerb darstellen.
  • Infolge der in den vergangen Jahren drastisch angestiegenen Immobilienpreise im Kanton Zug und der damit einhergehenden höheren Bewertung – auch von selbst bewohnten Immobilien – wäre eine Vielzahl von Immobilienbesitzer direkt betroffen.
  • Für Zuger Unternehmer würde die familieninterne Nachfolgeregelung erheblich erschwert werden. Aufgrund des steuerlich bedingten Liquiditätsbedarfes würden mit einer nationalen Erbschaftsteuer Anreize geschaffen, Unternehmensnachfolgen ins Auge zu fassen, welche in einer Veräusserung an Dritte resultieren.

 

 

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