Kosteneinsparungen dank mehr Transparenz im Schweizer Gesundheitssystem

in Healthcare, Industry insights, 01.03.2018

Das Schweizer Gesundheitswesen schneidet in Sachen Transparenz im internationalen Vergleich überraschend schlecht ab. Das Beispiel anderer Nationen zeigt: Eine konsequente Digitalisierung bringt wesentlich mehr Transparenz und hilft die Qualität zu verbessern.

Laut den Medien ist das Schweizer Gesundheitssystem eine Dunkelkammer. Diese Erkenntnis basiert auf der von KPMG durchgeführten internationalen Studie zu Transparenz im Gesundheitsweisen.

Fortgeschrittene Gesundheitssysteme sind nicht zwingend transparent

Die Schweiz weist im Rahmen der Studie in den Bereichen „Transparenz zur Qualität im Gesundheitswesen“ und bei der „Kommunikation der verfügbaren Daten“ Nachholbedarf auf. Gesamthaft landet sie im internationalen Vergleich unter dem Durchschnitt. Das überrascht, weil die Schweiz über ein sehr gut funktionierendes Gesundheitssystem verfügt. Jedoch ist sie damit nicht alleine, auch der Nachbar Deutschland ist international ähnlich klassiert. Damit wird klar: Hochentwickelte Gesundheitssysteme sind nicht generell transparent.

Gesundheitskostensenkung über erhöhte Transparenz

Im Falle der Schweiz ist die mangelnde Transparenz allein schon aufgrund der stetig steigenden Kosten ein ernstzunehmender Faktor, dem begegnet werden sollte. Nur wenn die einzelnen Systemkomponenten wirklich verstanden werden, kann dem Kostenanstieg effektiv entgegengewirkt werden. Wie aber sollte nun das Schweizer Gesundheitssystem auf die Resultate der Studie reagieren? Am Beispiel des Elektronischen Patientendossiers (EPD) beweist die Schweiz, dass sie sich bereits auf gutem Weg befindet. Zumal das EPD die Kompetenz des Patienten erhöht, da er jederzeit autonom über seine stets vollständigen Gesundheitsdaten verfügen kann, verbessert das letztlich die Transparenz. Ausserdem zeigt die Studie, dass die Schweiz, beispielsweise mit dem Öffentlichkeitsgesetz, prinzipiell über ausgezeichnete rechtliche Rahmenbedingungen verfügt, um ein transparentes Gesundheitssystem zu garantieren.

Wirksame Transparenz durch konsequentes Innovationsmanagement

Auf dem Weg dahin muss die Schweiz das Rad nicht neu erfinden, sondern kann und sollte sich an „Frontrunner“ wie Dänemark orientieren, das die Rangliste anführt. Dass dieser Spitzenplatz keinesfalls dem Zufall geschuldet ist, beweist der eindrückliche Weg Dänemarks: seit zwei Jahrzehnten investiert es systematisch in die Digitalisierung und verbessert entsprechend die Transparenz im Gesundheitssystem stetig. Dieser Durchhaltewillen ist entscheidend, da wirksame Transparenz Zeit benötigt. Am Beispiel Dänemarks wird klar, dass es nicht darum gehen darf, einzelne Akteure am Markt blosszustellen und zu bestrafen. Vielmehr sollte das Ziel von Transparenz sein, die Qualität des Systems zu erhöhen, während der Kostenspirale effektiv entgegengewirkt werden kann. Abschliessend kann festgehalten werden, dass die zunächst ernüchternden Ergebnisse der Studie für die Schweiz ein Antrieb sein sollen, die Transparenz weiter gezielt zu verbessern, um schliesslich dem grössten Thema des Schweizer Gesundheitssystems, den steigenden Kosten, gezielt zu begegnen.

 

Vollständige Studie: Through the looking glass: a practical path to improving healthcare through transparency

 

 

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