Abkehr von LIBOR: Was sind die Auswirkungen auf Schweizer Unternehmen?

in Financial Services, 18.01.2019

Der (L)IBOR wird im Jahr 2021 durch risikofreie Referenzzinssätze abgelöst. Schweizer Unternehmen müssen die bevorstehenden Auswirkungen analysieren, um einen erfolgreichen Übergang zu bewerkstelligen.

Der Übergang von (L)IBOR zu neuen risikofreien Referenzzinssätzen (risk-free reference rates „RFRs“) ist in vollem Gange. Es wird erwartet, dass dieser bis Ende 2021 abgeschlossen sein wird. Der ohnehin schon komplexe Übergang wird weiter erschwert, da sich die verschiedenen Jurisdiktionen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit in Richtung alternativer Referenzzinssätze bewegen. In den USA wurde der Handel mit dem Secured Overnight Financing Rate (SOFR) in Q2 2018 aufgenommen. In der EU wird der Euro Short-Term Rate (ESTER) vor 2020 erwartet. Und in der Schweiz wurde im Oktober 2018 ein weiterer Meilenstein erreicht: EUREX lancierte 3-monatige Swiss Average Rate Overnight (SARON) Futures.

 

Wie können Schweizer Unternehmen die damit verbundenen Auswirkungen analysieren und sich rechtzeitig auf einen derart tiefgreifenden Wandel vorbereiten?

(für eine vergrösserte Ansicht Grafik anklicken)

 

Bei jeder grösseren Veränderung bestehen Unsicherheiten, und die Geschwindigkeit, mit der der IBOR-Markt umgestaltet wurde, war beträchtlich. Daraus ergeben sich eine Reihe von Herausforderungen für die Marktteilnehmer. Im Zuge der Abkehr von IBOR müssen sich Schweizer Unternehmen mit einer Reihe von kritischen Themen befassen, darunter:

  • Liquidität: Alternative RFRs werden noch nicht durch ausreichende Liquidität unterstützt.
  • Terminstruktur: Alternative RFRs haben derzeit keine Terminstruktur.
  • Unterschiede in den Methoden: Bestimmte RFRs sind besichert und andere unbesichert. Dies kann zu Problemen führen, z.B. bei Cross-Currency-Swaps.
  • Fallback-Ansätze: Diese müssen entwickelt werden, um sich auf die Behandlung von Altverträgen für den Fall zu einigen, dass IBORs dauerhaft eingestellt werden.

Zusätzlich zu diesen branchenübergreifenden Herausforderungen können einzelne Unternehmen sehr unterschiedliche Auswirkungen auf ihre Wertschöpfungsketten haben. Zum Beispiel:

  • IBOR ist ein zukunftsorientierter Zinssatz mit einer Bandbreite von sieben Laufzeiten; die vorgeschlagenen RFRs sind Tageskurse.
  • IBOR reflektiert die Interbankenkredite und damit die Faktoren für die Kreditrisiken der Banken; die vorgeschlagenen RFRs sind nahezu risikofrei.
  • Zwischen den RFRs bestehen Inkonsistenzen; SARON und SOFR sind gesicherte Kurse, während ESTER, SONIA und TONAR beispielsweise ungesicherte Kurse sind.

Unternehmen tun gut daran, bereits jetzt mögliche LIBOR Folgeszenarien anzudenken und deren Auswirkungen zu bewerten: LIBOR Workshop – Sensibilisierung und Folgenabschätzung

 

 

Unsere Dienstleistungen und weitere Informationen:

 


Leave a Reply

Your email address will not be published.