Das Risikomanagement bereitet Audit Committees die grössten Sorgen

in Audit, 07.02.2013

Die meisten Risikomanagementsysteme bedürfen grundlegender Nachbesserungen. Dies ist die überwiegende Auffassung von rund 1‘800 Audit-Committee-Mitgliedern aus 21 Ländern, die an einer Umfrage des ACI-Netzwerks von KPMG teilgenommen haben. Lediglich 52 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass die Geschäftsleitung bedeutende Risiken für den Geschäfts-/Wachstumsplan identifiziert und entsprechende Kontrollen zur Überwachung dieser Risiken eingerichtet hat. 21 Prozent halten das System sogar für unzureichend in Bezug auf die speziellen Herausforderungen für das Unternehmen. Auch sind weniger als ein Drittel der Befragten zufrieden mit der Qualität der Informationen, die ihnen die Geschäftsleitung hinsichtlich globaler Systemrisiken, der „Cyber“-Sicherheit (inklusive Datenschutz und Schutz des geistigen Eigentums) und der Geschwindigkeit technischer Entwicklung zur Verfügung stellt.

Finanzberichterstattung wird nicht verständlicher

Während die meisten Audit-Committee-Mitglieder zuversichtlich sind, dass die Finanzberichterstattung künftig ein ausreichendes und korrektes Bild von der Lage des Unternehmens widergeben wird, zweifeln sie eine Verbesserung der Verständlichkeit der Berichte eher an. Das grösste Risiko für die Integrität der unternehmenseigenen Finanzberichterstattung stellt aus ihrer Sicht das Bestreben der Geschäftsleitung dar, unrealistische Geschäftspläne und Budget-Ziele zu erreichen.

Im Hinblick auf die eigene Tätigkeit sei diesbezüglich der Fokus vor allem auf die Qualität und Konsistenz von Nicht-Prüfungs-Informationen (z.B. zu wichtigen Leistungsindikatoren) zu richten, die das Unternehmen an die Investoren und das Marktumfeld weitergibt.

Gute Noten für den Wirtschaftsprüfer

Die Wirtschaftsprüfer leisten nach Ansicht der Befragten gute Arbeit, denn 84 Prozent sind mit der Qualität der Wirtschaftsprüfung zufrieden. Dennoch erhoffen sie sich von ihrem Abschlussprüfer vor allem mehr Einblicke/Benchmarks zu industriespezifischen Sachverhalten, Informationen zur Qualität der Organisation des Finanzwesens und Hinweise auf aktuelle Entwicklungen in der Bilanzierung und Abschlussprüfung. 61 Prozent lehnen eine verpflichtende (Wieder-)Ausschreibung des Prüfungsmandats ab und sogar 76 Prozent sind gegen die verpflichtende Rotation des Abschlussprüfers.

Ist das eigene Gremium effektiv?

Audit Committees wünschen sich vor allem zusätzliche Expertise für ihr Gremium sowie grössere Vielfalt (Diversity) der Mitglieder im Hinblick auf die Denkweise, den persönlichen Hintergrund, die Betrachtungsperspektive und die jeweiligen Erfahrungen. Im Hinblick auf die Effektivität der eigenen Tätigkeit sind deutliche Zweifel erkennbar; verbesserungswürdig sind aus Sicht der Befragten vor allem die Effektivität der Überwachung der Tätigkeit des Finanzvorstands und der Unternehmensrisiken. Auch fällt es ihnen nach eigenen Aussagen schwer, im Hinblick auf relevante Entwicklungen aus den Bereichen Bilanzierung, Risiko und Technologie stets auf dem aktuellen Stand zu sein.

Weitere Informationen zur Tätigkeit von Audit Committees erhalten Sie auf unserer Plattform für Verwaltungsräte.


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