Schwyz: Negative Konsequenzen der Erbschaftssteuerinitiative

in Tax, 17.04.2015

Die Besteuerung von Erbschaften und Schenkungen fällt derzeit in die Zuständigkeit der Kantone. Die Initiative «Millionen-Erbschaften besteuern für unsere AHV» fordert die Einführung einer nationalen Erbschafts- und Schenkungssteuer. Da der Kanton Schwyz keinerlei Erbschafts- und Schenkungssteuern kennt, würde er diesen Standortvorteil mit einem Schlag verlieren.

Am 14. Juni 2015 wird die Schweizer Bevölkerung über die Initiative «Millionen-Erbschaften besteuern für unsere AHV» abstimmen. Diese fordert die Einführung einer nationalen Erbschafts- und Schenkungssteuer in Höhe von 20%. Vorgesehen ist ein einmaliger Freibetrag von CHF 2 Millionen auf die Summe des Nachlasses und aller steuerpflichtigen Schenkungen. Schenkungen in Höhe von maximal CHF 20’000 pro Jahr und beschenkte Person sollen ebenfalls steuerfrei bleiben. Die Steuererträge sollen wie folgt aufgeteilt werden: 2/3 würde die AHV (Ausgleichsfonds der Alters- und Hinterlassenenversicherung) erhalten. 1/3 verbliebe bei den Kantonen.

Im Kanton Schwyz werden aktuell weder eine Erbschafts- noch eine Schenkungssteuer erhoben. Eine derart liberale Regelung, insbesondere für nicht verwandte Drittpersonen, welche als Erben- oder Schenkungs-empfänger bedacht werden, kennt gegenwärtig kein anderer Schweizer Kanton.

Was eine Annahme der Erbschaftssteuerinitiative für den Kanton Schwyz bedeuten würde:

  • Der Kanton Schwyz würde mit der Einführung einer nationalen Erbschaftssteuer einen wesentlichen Vorteil im internationalen Standortwettbewerb verlieren. Insbesondere auch in Kombination mit der am 1. Januar 2015 in Kraft getretenen Steuergesetzrevision, welche vor allem im Bereich der Einkommenssteuer markante Steuererhöhungen für Privatpersonen mit sich bringt, würde die steuerliche Attraktivität erheblich geschwächt.
  • Infolge der in den vergangen Jahren drastisch angestiegenen Immobilienpreise im Kanton Schwyz und der damit einhergehenden höheren Bewertung – auch von selbst bewohnten Immobilien – wäre eine Vielzahl von Immobilienbesitzer betroffen.
  • Für Schwyzer Unternehmer würde die familieninterne Nachfolgeregelung erheblich erschwert werden. Aufgrund des steuerlich bedingten Liquiditätsbedarfes würden mit einer nationalen Erbschaftssteuer Anreize geschaffen, Unternehmensnachfolgen ins Auge zu fassen, welche in einer Veräusserung an Dritte resultieren.

 

 

Weitere Informationen:

 


Leave a Reply

Your email address will not be published.