Swiss GAAP FER, Spitäler und der Umgang mit Fonds

in Audit, 28.11.2014

Die meisten Spitäler verfügen über diverse Fonds, sei es für spezifische Zwecke, oder aber auch Fonds mit sehr allgemein gehaltenen Bestimmungen. Mit der Umstellung auf Swiss GAAP FER stehen viele Spitäler vor der Frage: Was mache ich mit meinen Fonds?

Die Fonds-Vergangenheit

Fonds bei den Spitälern sind meist historisch begründet. So gibt es zweckbestimmte Fonds, z.B. für Forschungsprojekte oder Mitarbeiterbedürfnisse, bei denen die Verwendungsmöglichkeiten klar bestimmt sind. Auf der anderen Seite trifft man in der Praxis auch häufig auf Fonds, deren Zweck nicht mehr so klar bestimmt werden kann, respektive deren Bestimmung so offen gehalten ist, dass die Verwendungsmöglichkeiten sehr breit sind. Vor der neuen Spitalfinanzierung wurden die Fonds dazu benützt, neben den bestehenden Finanzierungsquellen weitere Gelder zu akquirieren und oft wurden Spitäler auch mit Legaten bedacht. Die Transparenz dieser Fonds in der Buchhaltung war bisher oft mangelhaft. Zum Teil konnte man fast von einer Art „schwarzer Kasse“ sprechen, welche teilweise nicht mal in der Buchhaltung erschienen sind.

Was ändert mit der Umstellung auf Swiss GAAP FER?

Spätestens mit der Umstellung auf Swiss GAAP FER ist eine „konsolidierte“ Buchhaltung und insbesondere eine Bruttoverbuchung Pflicht. Dies bedingt – im Gegensatz zu früher – eine transparente Verbuchung aller Aufwände und Erträge. Diese beeinflussen das operative Ergebnis und die Mittelzuweisung respektive -verwendung wird transparent offen gelegt. So sieht es auch die Branchenlösung von H+ vor. Details zur Verbuchung und zum Ausweis finden sich im Artikel „Eine Analyse der Grundlagen zur Umsetzung der Swiss GAAP FER“ (Herzog, Widmer, Schweizer Treuhänder 11/2014). Die Verbuchung wird durch die angestrebte Transparenz natürlich aufwändiger als bisher, da die entsprechenden Informationen aufbereitet werden müssen.

Was tun mit den Fonds?

Die Umstellung auf Swiss GAAP FER bietet sich als idealen Zeitpunkt für eine Überprüfung der Fonds an. Mit dem Entscheid, eine transparente Rechnungslegung anzuwenden, gilt es auch ebenso mutig zu sein, die Fonds kritisch zu hinterfragen. Auch wenn mit den verschiedenen Fonds immer viel Emotionen verbunden sind: Fonds haben nur dann eine Berechtigung, wenn sie einen klaren Zweck haben und die Verwendung auch effektiv gelebt wird. Eine Umstellung auf Swiss GAAP FER ist daher auch der ideale Zeitpunkt, um nicht mehr verwendete oder zu allgemein gehaltene Fonds aufzulösen. Durch entsprechende Beschlüsse werden diese beim Erst- respektive Neubewertungszeitpunkt den Gewinnreserven im Eigenkapital zugeschlagen oder erfolgswirksam aufgelöst und dann via Ergebnis in die Gewinnreserven überführt.

Fazit

Im Sinne der neuen Spitalfinanzierung sind die verschiedenen „Kässeli“ nicht mehr vorgesehen. Insbesondere Fonds mit sehr offenem Zweck (z.B. „für das Wohlergehen des Spitals“) haben schlussendlich nichts anderes im Sinn als die langfristige Sicherung des Unternehmens – und diese zeigt sich in einem starken Eigenkapital!

 

Weitere Informationen:

 

 


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