SwissDRG: Ist die Anlagenbuchhaltung von Spitälern bereit für zukünftige Investitionen?

in Advisory, Audit, 18.05.2012

Die pauschale Abgeltung von 10% für die Anlagenkosten für 2012 werden von Seiten Spitäler als zu tief erachtet – aber kennen die Spitäler ihre effektiven Kosten? Die Anlagenbuchhaltung, in der Vergangenheit oftmals vernachlässigt, wird zu einem zentralen Element für die zukünftige Strategie eines Spitals.

Der Stand der Anlagenbuchhaltungen bei den Spitälern

In der Vergangenheit wurden Investitionen oftmals (grosszügig) von der öffentlichen Hand subventioniert (und dort bilanziert). Die Anlagenbuchhaltungen bei den Spitälern selbst muss oft als eine Art “Black-Box” bezeichnet werden: Diese ist historisch gewachsen und stellt oft eine nicht vollständige und nicht vergleichbare Sammlung von Anlagendaten dar. Die von KPMG im Sommer 2010 im Auftrag von SwissDRG durchgeführte Studie hat dieses Bild klar bestätigt.

Wieso besteht Handlungsbedarf?

Trotz bestehenden gesetzlichen Vorgaben (VKL) und Branchenstandards (REKOLE®, Swiss GAAP FER) wird keine einheitliche Darstellung und Erfassung der Anlagenutzungskosten vorgenommen. Für 2012 ist die Abgeltung mit 10% auf den Baserates fixiert, ab 2013 soll gemäss Bundesrat die Abgeltung der Anlagenutzungskosten auf Basis der jeweiligen Kostenausweise der Spitäler vereinbart werden. Daher gilt:

Transparenz ist gefragt

Die Anlagenbuchhaltung muss vollständig sein: Folgende Fragen müssen sich die Spitäler stellen: Führen wir eine regelmässige Inventur durch? Haben wir mit unserem IKS sichergestellt, dass alle Anlagenzu- und abgänge vollständig erfasst sind? Um für die zukünftigen Verhandlungen und Herausforderungen gerüstet zu sein, muss die Anlagenbuchhaltung in der Lage sein, folgende Auswertungen zu liefern:

  • Nach den Vorgaben von REKOLE®: Die einheitlichen Kriterien stellen die Basis für die Kostenrechnung dar und ermöglichen einen transparenten Vergleich der effektiven (betriebswirtschaftlichen) Kosten (über die gesamte Nutzungsdauer).
  • Nach den Vorgaben von Swiss GAAP FER: Damit werden die Bedingungen der VKL erfüllt (z.B. Abschreibung vom Anschaffungswert, keine Unter-Null-Abschreibung) und das Spital ist für zukünftige Finanzierungs-Verhandlungen gerüstet (Swiss GAAP FER Abschluss als Kredit-Bedingung).
  • Nach obligationenrechtlichen Bestimmungen: Diese meist nach steuerlichen Gesichtspunkten erstellte Anlagenbuchhaltung ist notwendig, damit Spitäler für künftige Entwicklungen gerüstet sind (z.B. Übernahmen, Fusionen).

Ob ein bestimmtes Spital nun die vollständigen Kosten geltend machen kann, das kann ich natürlich nicht garantieren, aber mit Sicherheit sind Spitäler mit einer vollständigen und flexiblen Anlagenbuchhaltung für die Zukunft gerüstet!


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