Wenn Investitionsmöglichkeiten ausbleiben

in Advisory, 19.10.2015

Überschussliquidität vernichtet nicht nur Wert, sondern verursacht im Umfeld von Negativzinsen liquiditätswirksame Kosten. Fehlen wertgenerierende Investitionsmöglichkeiten, so sind Unternehmen aufgefordert, nicht-betriebsnotwendige flüssige Mittel auszuschütten. Aktionäre sind gut beraten, die Rückzahlung von überschüssigem Kapital einzufordern.

Wenn der Cash sich selbst vernichtet

Was fundamental schon immer gegolten hat, wird in Zeiten negativer Zinsen offensichtlich: Kapital muss arbeiten, um die Kapitalkosten zu erwirtschaften. Während in einem regulären Zinsumfeld nicht-betriebsnotwendige flüssige Mittel Kennzahlen wie ROE (Return On Equity) oder EVA (Economic Value Added) negativ beeinflussen, verursacht Überschussliquidität in einem Regime von Negativzinsen sogar liquiditätswirksame Kosten und macht die Wertvernichtung augenscheinlich.

Das Management: Ist aufgefordert im Sinne der Aktionäre zu handeln

Die Allokation und Bewirtschaftung des Kapitals ist eine zentrale Managementaufgabe. Diese umfasst auch die Frage, wieviel Kapital notwendig ist und wertgenerierend investiert werden kann. Dem Management, welches keine lohnenden Investitionsmöglichkeiten identifiziert und deshalb die freie Liquidität an den Aktionär ausschüttet, wird häufig mangelnde Kreativität vorgeworfen. Diese Sichtweise greift zu kurz: Allzu oft werden Investitionen oder Akquisitionen getätigt, welche die Kapitalkosten nicht zu decken vermögen und somit Wert vernichten. Es kann von Disziplin zeugen, wenn sich ein Management der Hyperaktivität widersetzt oder bei den aktuell teilweise schwindelerregenden Bewertungen vom M&A-Markt fernbleibt. Investitionen ausserhalb der unternehmenseigenen Kernkompetenzen sind – auch unter dem Deckmantel der Diversifikation – sogar noch kritischer zu hinterfragen.

Der Aktionär: Sollte Ausschüttung von überschüssigem Kapital fordern

Überschüssige Liquidität kann das Management zu mangelnder Kostendisziplin verleiten und führt häufig zur Vernachlässigung einer strengen Projektevaluation auf Basis von Wertkennzahlen. Der Eigentümer tut gut daran, das dem Unternehmen zur Verfügung gestellte Kapital knapp zu halten, indem er sich bei fehlenden wertgenerierenden und zur Unternehmensstrategie passenden Investitionsmöglichkeiten für die Ausschüttung von überschüssigem Kapital einsetzt. Diversifizierungsprojekte, welche der Aktionär als lukrativ einschätzt und die in seine Risikofähigkeit und -bereitschaft passen, realisiert er vorteilhaft über die eigene Vermögensallokation.

Mehr über die verschiedenen Möglichkeiten Wert an den Aktionär zu transferieren und deren Auswirkungen erfahren Sie in unserem nächsten Artikel zum Thema Strategische Kapitalallokation.

 

 

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