Zwei Jahre SwissDRG – Die neue Preiskultur

in Advisory, Healthcare, Industry insights, 16.04.2014

Die Einführung von SwissDRG führte zu wesentlichen Umwälzungen im schweizerischen Gesundheitswesen. Wie hat sich die die neue Preiskultur auf Kosten und Ertrag ausgewirkt?

Die neue Preiskultur – Der Fokus liegt auf den Kosten und dem Ertrag

Mit der Einführung von SwissDRG als neues Tarifsystem für stationäre akutsomatische Spitalleistungen im 2012 wurde die Vergütung schweizweit einheitlich geregelt. Das Ziel ist, eine höhere Transparenz, eine bessere Vergleichbarkeit und eine Steigerung der Effizienz zu schaffen. Die Abkehr von einer Objektfinanzierung mit Defizitdeckung zu einer Subjektfinanzierung pro Fall führte zu wesentlichen Umwälzungen im schweizerischen Gesundheitswesen. Die aktuelle Situation, zwei Jahre nach der Einführung von SwissDRG, schätze ich so ein:

Ertragsseite – Preis statt Kosten erfordert höhere Auslastung und mehr Effizienz

Während die Preise in der Einführungsphase des neuen Tarifsystems tendenziell noch kostenbasiert verhandelt wurden, nehmen wir bei unseren Kunden vermehrt einen steigenden Druck auf die Preise wahr. Den stagnierenden bis sinkenden Preisen – in verschiedenen Regionalspitälern bspw. liegt die Baserate bei etwa CHF 9‘000 – stehen allerdings laufende Kostenerhöhungen gegenüber. Davon machen Personalkosten in der Regel etwa 70 Prozent aus. Eine derartige Entwicklung mit sinkenden Erträgen und gleichzeitig steigenden Kosten kann nur über eine deutlich höhere Auslastung und eine Effizienzsteigerung aufgefangen werden.

Kostenseite – Transparenz gewinnt an Bedeutung

Das Bedürfnis nach einer höheren Transparenz auf der Kostenseite hat seit der Einführung der neuen Spitalfinanzierung sprunghaft zugenommen. Die Optimierung der Kostenrechnung, DRG-basierte Auswertungen oder Controllingansätze wie Deckungsbeitragsrechnungen auf Stufe Fachgebiet, Arzt, etc. sind nur einige Beispiele. In Beratungsprojekten habe ich oftmals folgende Situation angetroffen:

  • Die Medizin als Problemfeld: Die Anzahl stationärer Fälle ist zu gering, um Vorhalteleistungen für den Notfall abdecken zu können.
  • Das Spital befindet sich in starker Abhängigkeit zu einzelnen Leistungserbringern: Einerseits ist eine Überalterung der Leistungsträger und eine fehlende Nachfolgeregelung ersichtlich. Andererseits erweist sich die Rekrutierung neuer Fachkräfte bei weniger attraktiven Arbeitsbedingungen als grosse Herausforderung.
  • Niedrige Fallzahlen und damit zusammenhängend eine fehlende Spezialisierung können zu Qualitätsproblemen führen: Dies ist verbunden mit hohen Kosten durch ausbleibende Skaleneffekte.

Neue Rahmenbedingungen

Die neue Preiskultur setzt einheitliche Rahmenbedingungen für alle Spitäler in der Schweiz. Die Auswirkungen dieser neuen Bedingungen sind aber je nach Spital unterschiedlich und es bestehen verschiedenste Lösungsansätze. In Teil 2 meines SwissDRG-Blogs werde ich vertiefter auf die Änderungen am Markt eingehen und von meinen persönlichen Erfahrungen berichten.

 

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