Austausch bringt die Welt voran, nicht Abschottung

in Firm, 23.01.2018

Jede Generation denkt, ihre Probleme seien grösser, komplexer und unlösbarer als die der Generation davor. Und tatsächlich: Auf unsere Generation trifft das in mancherlei Hinsicht zu. Noch nie war das Bewusstsein, dass es vielerorts radikalen Wandel braucht, so verbreitet wie heute.

«Think global, act global»

Unsere Herausforderungen sind globaler, verwobener und einschneidender als je zuvor. Der Klimawandel zerstört die Lebensgrundlagen polynesischer Inselbewohner ebenso wie die der Inuit in Kanada und Grönland. Cyberkriminalität bedroht Verwaltungen, Spitäler und Konzerne ebenso wie KMU. Und was für die Betroffenheit gilt, gilt auch für die Lösung: Alleine können weder Inuit noch KMU ihr Schicksal bewältigen.

Allmählich setzt sich die Erkenntnis durch: Mit den Rezepten von gestern kommt man heute nicht mehr weit. Der Ansatz „Wir-kennen-und-liefern-die-fixfertige-Lösung“ funktioniert nicht mehr. Es braucht nicht nur neue Ansätze, sondern auch eine neue Haltung und den Mut, mit den alten Mustern zu brechen. Weg vom Silodenken, hin zur Nutzung von kollektiver Intelligenz und intensiver Zusammenarbeit. Die neue Welt ist „social“, die Crowd bringt bessere Resultate als der Einzelne. Nicht nur für die Lösung von Detailfragen, sondern insbesondere auch wenn es um die ganz grossen Themen geht.

Zusammenarbeit heisst: Intensiver Austausch zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung, aber auch zwischen Hochschulen, Forschungsanstalten und Unternehmen, die sich bisher konkurrenziert haben, zwischen Business-Units, deren Bonus davon abhängig war, besser zu sein als die Büronachbarn. Das erfordert flexible Arbeitsumgebungen, um den veränderten internen Arbeitsweisen Rechnung zu tragen, Netzwerke zu nutzen statt zu bekämpfen, Geschäftsformen zu öffnen und Ökosystemdenken zu fördern. Und es braucht konstruktive Wege, um auch mit der künstlichen Intelligenz nutzbringend zusammenzuarbeiten. Denn nur so kann die Informationsflut der digitalen Welt produktiv bewältigt werden.

Keine Abschottungsagenda für die Schweiz

Die Schweiz ist dank Milizsystem und internationaler Vernetzung gut aufgestellt für die Zukunft in der globalen Welt. Sie ist Standort zahlreicher internationaler Grosskonzerne, aber auch bedeutender internationaler Organisationen wie der UNO, des IKRK und des IOK. Und sie beherbergt das WEF, das seit vierzig Jahren den internationalen Austausch ermöglicht, in diesem Jahr unter dem Thema «Creating a Shared Future in a Fractured World». Die Schweiz muss aber achtsam bleiben, um sich diese Internationalität auch für die Zukunft zu erhalten. Die America-first-Strategie mag für die grösste Volkswirtschaft der Welt vielversprechend klingen, für die Schweiz ist eine Abschottungsagenda keine Option. Die Basis ihres Wohlstands war und ist die internationale Zusammenarbeit. In der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

 

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