Gesundheitswesen: Innovationen helfen Kosten senken

in Healthcare, Industry insights, 05.02.2018

Die 5. Nationale Konferenz Gesundheit2020 hat es gezeigt: Spitäler haben mit konsequentem Innovationsmanagement und Digitalisierung einen wichtigen Sparhebel in der Hand.

Der Direktor des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), Pascal Strupler, brachte es kürzlich auf den Punkt: „Alle Akteure müssen kostenbewusster handeln.“ – „Stimmt“, sind wir versucht zu antworten. Doch wer macht den Anfang? Die Spitäler, die Ärzte, die Versicherer oder die Patienten?

St. Floriansprinzip

Bislang galt das St. Floriansprinzip, welches ein Verhalten beschreibt, wonach es individuell „gewinnbringender“ ist, potenzielle Unannehmlichkeiten nicht selbst an die Hand zu nehmen, sondern auf andere abzuschieben. Sparen “Ja”, aber nicht bei uns. Nicht bei der Qualität und nicht bei der medizinischen Versorgung. Dies war auch der Tenor an der 5. Nationalen Konferenz Gesundheit2020 zur Strategie des Bundesrates an der sich rund 300 Akteure mit der Frage befassten: „Kosten dämpfen – wer trägt welche Verantwortung?“. Indessen wäre die Forderung des BAG-Direktors ja relativ einfach einzulösen, wenn wir auf den im September veröffentlichten Expertenbericht zurückgreifen, in welchem es heisst, dass „Alle Akteure ihre Handlungsspielräume ausschöpfen, um den medizinischen Fortschritt und die Innovation allen OKP-Versicherten zukommen zu lassen“.

Welche Handlungsspielräume offen sind, lässt sich insbesondere am Beispiel des Patientenpfades „(Haus-)Arzt-Spezialist-Akutspital-Rehabilitation-Pflege-(Haus-)Arzt“ belegen. Also dort, wo in Zukunft das Elektronische Patientendossier (EPD) seinen grössten Nutzen entfalten wird.

300 Millionen Franken Einsparpotenzial

Dazu hat KPMG in einer Studie errechnet, dass mit einer durchgehend elektronischen Abwicklung der gesamten Administration (Dokumenteneinträge, Überweisungen,  Terminvereinbarungen etc.) und, damit verbunden, mit einem durchgehend elektronischen Patientenpfad rund 300 Millionen Franken pro Jahr eingespart werden können.

Die Vorteile von EPD, E-Health und Mobile Health im Spital

Dies ist lediglich die Spitze des Eisbergs, welche sich mit dem EPD, E-Health und Mobile Health im Spital bewegen lässt. Weitere Vorteile liegen auf der Hand:

  1. Systematische, faktenbasierte Entscheide in der Klinik: Mit den klinischen Informationssystemen, standardisierten Arbeitsabläufen und dem EPD werden Kosten gesenkt und die Qualität der Entscheide verbessert
  2. Proaktive und zielgerichtete Versorgung: Mit einem Real-Time-Monitoring der Patienten können Veränderungen des Zustandes rasch erkannt und konsequent behandelt werden.
  3. Verbesserte koordinierte Versorgung: Durch eine durchgängige Kommunikationsplattform, das heisst via das EPD, wird der Patient effektiver und frei von Missverständnissen betreut.
  4. Direkter Zugang zum Spezialisten: Dank Telemedizin und verbesserter Selbst-Diagnosemöglichkeiten werden unnötige Arztbesuche vermieden.
  5. Grösseres Engagement des Patienten: Dank dem EPD und den digitalen Möglichkeiten setzt sich der Patient intensiver mit sich und seiner Gesundheit auseinander. Dies verbesserte seine Compliance, das heisst seinen Willen, sich an seiner Genesung zu beteiligen.
  6. Verbessertes Ressourcenmanagement: Die Digitalisierung mobilisiert ein enormes Einsparpotential: von der Beschleunigung der Patientenflüsse im Spital bis hin zur zielgerichteten Angebotsplanung.
  7. Systemverbesserung und die lernende Organisation: Mit der Kombination von Datenanalysen (Big Data) und einer gelebten Kultur der Offenheit gegenüber der  Innovation und der Veränderung hält sich das Spital marktfähig.

Klar ist also: wenn nur schon der „Akteur Spital“ (wie er im Expertenbericht genannt wird), seinen Handlungsspielraum im Kontext der Innovation und Digitalisierung nutzt, trägt er dazu bei, die Kosten zu stabilisieren, die Qualität für den Patienten zu steigern und sich erst noch besser am Markt zu positionieren.

 

Vollständige Publikation: Clarity on Healthcare

 

 

Unsere Dienstleistungen: