Innovation und Transformation als Treiber für Branchenkonvergenz

in Advisory, 29.01.2018

Die Konvergenz zwischen der Nahrungsmittelindustrie und anderen Sektoren wie dem Gesundheitswesen und dem Einzelhandel setzte sich 2017 fort. In diesem Jahr werden der zunehmende Innovations- und Transformationsdruck zu weiteren M&A führen.

Im vergangenen Jahr hielten die Schweizer Unternehmen über alle Branchen hinweg ihre M&A-Aktivitäten auf hohem Niveau: Die gesamte Anzahl Transaktionen mit Schweizer Beteiligung nahm im Vergleich zum Vorjahr um 9% von 362 auf 395 Deals zu. Das Transaktionsvolumen wiederum ging um 15% zurück: von USD 119.1 Mrd. im Jahr 2016 auf USD 100.9 Mrd.

Insbesondere in der Konsumgüter-, Technologie- & Medien- sowie Pharmaindustrie kam es zu bemerkenswerten Transaktionen. Unterstützt durch günstige Marktbedingungen und Finanzierungskonditionen, trugen die Rekordzuflüsse von Fonds zur höchsten Anzahl von Private-Equity-bezogenen M&A-Transaktionen in der Schweiz seit 2007 bei.

Im vergangen Jahr stach unter allen Transaktionen besonders die Abspaltung der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Actelion hervor, welche die Übernahme von Actelion durch Johnson & Johnson ermöglichte. Dieser Deal mit einem Volumen von knapp USD 30 Mrd. stellt die grösste Transaktion des Jahres dar und reiht sich in die fünf grössten Schweizer M&A-Aktivitäten aller Zeiten ein.

Zunehmende Branchenkonvergenz

Besonders bemerkenswert ist zudem eine Reihe von Übernahmen in der Nahrungsmittelindustrie, die zeigen, wie Wertschöpfungsketten ineinander fliessen bzw. integriert werden, wenn sich Nahrungsmittelindustrie, Detailhandel und Gesundheitssektor annähern. Besonders beispielhaft für diesen Trend stehen die M&A-Aktivitäten von Nestlé im vergangenen Jahr. So übernahm der Konzern 2017 das kalifornische Kaffeehaus-Startup Blue Bottle Coffee, den Hersteller pflanzlicher Nahrungsmittel Sweet Earth sowie den Vitaminproduzenten Atrium Innovations.

Die M&A-Aktivitäten in den Bereichen Konsumgüterindustrie und Verbrauchermarkt nahmen 2017 weltweit zu, während sie in der Schweiz stabil blieben. Die fortschreitende Konvergenz von Produktions-, Einzelhandels- und Gesundheitsunternehmen führte demnach zu einigen interessanten Transaktionen. Die Unternehmen versuchen, die sich wandelnden Kundenbedürfnisse durch die Transformation ihrer Geschäftsmodelle abzudecken. Weltweit erreichten die M&A-Aktivitäten in diesem Sektor das dritthöchste Volumen seit dem Jahr 2000.

Die Konvergenz der Produktion mit dem Einzelhandel und dem Gesundheitswesen war bereits 2016 spürbar – beispielhaft hierfür war etwa die Transaktion zwischen Sonova und AudioNova. Durch diesen Wandel wird die Struktur der Konsumgüterindustrie weiter verändert. Einige Unternehmen versuchen aktiv, die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden ganzheitlich zu erfüllen, indem sie Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten anders betrachten. Gemeinsam tragen diese Trends dazu bei, die Zukunft der Branche voranzutreiben.

Innovation als zentrales Element

Viele der traditionellen Retail-Konzepte genügen den Ansprüchen im heutigen Marktumfeld nur noch bedingt. Veränderte Konsumentenstimmung und innovative neue Wettbewerber verlagern das Geschäft immer mehr ins Internet zum Onlinehandel. Vor diesem Hintergrund haben sowohl Migros als auch Coop ihre Portfolios weiter optimiert. Migros hat im letzten Jahr eine Reihe von Desinvestitionen vorgenommen, unter anderem wurden der Anbieter von Bürobedarf Office World und der Abholgrosshändler Cash+Carry Angehrn (CCA) verkauft. Migros tätigte 2017 aber auch eine Reihe von Akquisitionen, und auch Coop – obwohl weniger aktiv als in den Vorjahren – blieb mit Akquisitionen über Bell und TransGourmet nicht untätig.

Innovation bleibt in allen Segmenten des Verbrauchermarktes von zentraler Bedeutung. Unabhängig davon, ob sie intern entwickelt oder durch externe Partnerschaften oder Fusionen und Übernahmen erworben wurden, ist es von entscheidender Bedeutung, dass sich die Unternehmen angesichts von disruptiven neuen Technologien und einer sich laufend verändernden Konsumentenstimmung weiterentwickeln. Dies trifft insbesondere auf den Nahrungsmittelsektor zu, wo die Produzenten ihre Portfolios weiter umstrukturieren und sich aktiv an neue Marktgegebenheiten werden anpassen müssen.

Traditionelle Einzelhändler stehen mittlerweile vor einer immer dringlicheren Entscheidung: Transformation oder gar aus dem Geschäft aussteigen. Scheinen sich doch die traditionellen Geschäftsmodelle – angesichts einer innovativen und überwiegend online agierenden Konkurrenz – ökonomisch zunehmend als weniger nachhaltig darzustellen.

KMU als Mitgestalter der Transformation

Branchenübergreifend kann für 2018 mit einer verstärkten Überarbeitung der Geschäfts- und Betriebsmodelle gerechnet werden, was zu weiteren strategischen Partnerschaften, Joint Ventures und Akquisitionen führen wird.

Diese Transformation beschränkt sich keinesfalls auf die grossen Unternehmen. Multinationale Organisationen mögen mehr Schlagzeilen machen, aber die Schweiz verfügt über eine grosse Anzahl kleiner und mittlerer Unternehmen, die bei der Neugestaltung ihrer Industrien behilflich sind. Und viele von ihnen haben einen starken Appetit auf Wachstum und Entwicklung.

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