Integrierte Versorgung unter einem Dach

in Healthcare, 15.07.2016

Im letzten Blogbeitrag aus der Reihe Integrierte Versorgung haben wir ein Beispiel aus den Niederlanden vorgestellt. Aber das Thema integrierte Versorgung ist schon längst in der Schweiz angekommen und wird vielerorts erfolgreich umgesetzt.

Was sind die Erfolgsfaktoren einer integrierten Versorgung?

Eine effektive Zusammenarbeit sowie eine organisationsübergreifende Vernetzung von Spitälern und Partnerorganisationen sind für eine erfolgreiche integrierte Versorgung grundlegend.

Die integrierte Versorgung setzt kurze Kommunikationswege und eine gezielte Versorgung rund um den Patienten voraus. Der Patient, sein Krankheitsbild und seine individuellen Bedürfnisse müssen dem Versorger im Detail bekannt sein. Aufgrund der Spezialisierung auf ausgewählte Fachbereiche erspart dies Zeit während des gesamten Behandlungspfades und führt gleichzeitig zu einer Steigerung der Qualität in der Patientenversorgung. Damit wird beispielsweise sichergestellt, dass ein Patient sich erst einer anschliessenden Reha-Behandlung unterzieht, wenn es sein Allgemeinzustand zulässt oder ggf. vorrangig eine Versorgung im Langzeitpflegebereich erhält. Der Behandlungspfad wird somit schnell und reibungslos auf den Patienten individuell ‚massgeschneidert‘.

Bei einer konsequenten Umsetzung offener Kommunikationswege über die verschiedenen Versorgungsstufen (bzw. Abteilungen) hinweg, kann auch unmittelbar festgestellt werden, ob der Patient zuhause behandelt werden kann oder weiter überwiesen werden muss. Spätestens an diesem Punkt zeigt sich, wie wichtig die Vernetzung und Zusammenarbeit mit Partnern während des gesamten Behandlungspfades ist.

Integrierte Versorgung in der Schweiz

Ein erfolgreiches Beispiel in der Schweiz ist die Siloah in Gümligen. Diese gilt als regionale Anlaufstelle für die integrierte medizinische Versorgung mit Fokus auf die Altersmedizin und baut auf einer langjährigen Erfahrung in der Medizin und Chirurgie sowie in der Betreuung von Patienten und Bewohnern des Langzeitpflegebereiches auf.

Die Siloah versteht die integrierte Versorgung als «Versorgung unter einem Dach». Dies umschliesst den gesamten Behandlungspfad von Akut- und Rehabilitationsangeboten sowie die Langzeitpflegeversorgung. Patienten werden während des gesamten Behandlungspfades hindurch begleitet, wobei bei jedem Behandlungsschritt beurteilt wird, wann der Patient entlassen werden darf und welche Art der Anschlussbehandlung folgt. Eine patientenindividuelle Planung wird konsequent angewendet. Dabei gilt bei jedem Behandlungsschritt das oberste Ziel: Der Patient soll möglichst schnell in sein gewohntes Lebensumfeld zurückkehren können.

Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung einer integrierten Versorgung:

Aus meiner Sicht gibt es elementare Überlegungen, die bedacht werden müssen, um eine integrierte Versorgung erfolgreich umzusetzen:

  • Der Patient steht mit seinen Bedürfnissen während des gesamten Behandlungspfades im Vordergrund.
  • Sämtliche Dimensionen (Qualität, Zugang und Bezahlbarkeit) müssen berücksichtigt werden, um die tatsächlichen Herausforderungen in der Versorgungsregion zu verstehen und um daraus die spitalinterne Strategie zu formulieren.
  • Eine Standardlösung gibt es nicht: Die Hauptprozesse richten sich entlang des individuellen Patientenpfades. Anpassungen und Weiterentwicklungen werden auf Basis der Bedürfnisse des Patienten vorgenommen und können nur begrenzt standardisiert werden.
  • Erfahrung aus erster Hand ist unbezahlbar: Beziehen Sie die Ärzte, das Pflegepersonal und die Patienten in die Entwicklung und Umsetzung einer integrierten Versorgung mit ein.

 

 

Weitere Informationen:

 


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