Reorganisation im Gesundheitswesen

in Healthcare, 18.10.2016

Die aktuelle Publikation «Clarity on Healthcare» von KPMG beleuchtet die wesentlichen Entwicklungen im Gesundheitswesen und zeigt auf, wie durch eine (Prozess)-Reorganisation (z.B. LEAN-Methodik, Benchmarking) der nachhaltige Erfolg sichergestellt werden kann.

Das Schweizer Gesundheitswesen bleibt weiter unter Druck

Die konstant steigenden Kosten und die sich wandelnden Bedürfnisse der Bevölkerung führen zu einer Wandlungsnotwendigkeit bei den Leistungserbringern im Gesundheitswesen.

Die Bedürfnisse der Gesellschaft an das Gesundheitswesen haben sich in den letzten 100 Jahren markant verändert; dieser Wandel wird weiter verstärkt durch neue Möglichkeiten dank der medizinisch-technischen Entwicklung. Dazu kommen die latente Personalknappheit und die sich verändernden Berufsbilder im Gesundheitswesen. Diese beiden Effekte, kombiniert mit den sich daraus ergebenden stark ansteigenden Kosten, führen dazu, dass die Abläufe in den Spitälern der Realität angepasst werden müssen.

Reorganisation durch Benchmarking

Im aktuellen Spitalumfeld erfordert die Ausschöpfung vorhandener Kostensparpotenziale für den Pflegebereich eine differenzierte Beurteilung der eigenen Situation, einen tragfähigen Vergleich mit den „Besten“ und eine konsequente Umsetzung spezifischer Massnahmen. Aus unserer Erfahrung leistet die Überprüfung der Aufgabenzuordnung bei den Mitarbeitenden, z.B. rund um ein Arztsekretariat oder im Pflegebereich, einen zentralen Beitrag an die Transformation. Diese kann begleitet werden durch ein stationsbezogenes Benchmarking, aus welchem weitere Erkenntnisse zur effizienten Aufgabenzuteilung gewonnen werden können.

Reorganisation durch Lean Management

Kaum ein Spital beschäftigt sich nicht mit der Frage, wie Wachstumsziele und steigende Erträge erreicht werden können, ohne dass die Personalkosten im gleichen Masse mitwachsen. Im Sinne einer Teamentwicklung kann auch durch den Einsatz von RIE (Rapid Improvement Events), basierend auf der LEAN-Methodik, eine signifikante Steigerung der Prozessexzellenz erzielt werden. Begleitet wird diese durch eine stärkere Einbindung der involvierten Mitarbeitenden in die Prozessgestaltung und somit einer verstärkten Identifizierung mit den bestehenden Abläufen und einem höheren Gefühl der Wertschätzung.

Künftige Investitionen und ihre nachhaltige Finanzierung

Für die Sicherung der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit stehen Schweizer Spitäler heute vor der Herausforderung, eine nachhaltige Strategie zu erarbeiten und umzusetzen. Dies beinhaltet auch die sorgfältige Planung der zukünftigen Investitionen in die Infrastruktur und deren nachhaltige Finanzierung. Unsere Erfahrung zeigt, dass durch eine tatsächliche Abbildung der Marktchancen in einem Businessplan und daraus abgeleitet die Planung der dafür erforderlichen Infrastruktur das Risiko zur Schaffung von Überkapazitäten reduziert. Das Sicherstellen einer optimalen Finanzierung kombiniert mit einer stringenten Kontrolle der Infrastrukturprojekte von der Planung bis zur Schlussabrechnung, trägt wiederum dazu bei, dass die Kosten in einem möglichst tiefen und geplanten Rahmen verbleiben.

Vollständige Publikation: Clarity on Healthcare

 

Weitere Informationen:

 


1 Comment

  1. Jost Tödtli

    Eine zwingend notwendige und äusserst wichtige Massnahme wäre die Aufhebung des Kontrahierungszwangs, d.h. dass die Krankenversicherer die Möglichkeit hätten “schlechte” Leistungserbringer auszuschliessen.

Leave a Reply

Your email address will not be published.