Schweizer M&A-Markt mit konstant hoher Aktivität

in Advisory, 03.07.2017

Der Schweizer M&A-Markt entwickelte sich in den vergangenen sechs Monaten konstant. Geprägt haben das bisherige M&A-Jahr eine Grosstransaktion, chinesische Käufer sowie Private-Equity-Investoren.

Im ersten Halbjahr 2017 verringerte sich Anzahl Transaktionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur unwesentlich. Insgesamt ging der Wert aller Transaktionen leicht zurück, wobei hierfür in erster Linie der Effekt der letztjährigen Syngenta-Transaktion verantwortlich ist. Für das zweite Halbjahr ist aufgrund der anhaltenden finanzpolitischen Unsicherheiten mit keiner starken Transaktionszunahme zu rechnen.

Eine gewichtige Grosstranskation prägte das bisherige M&A-Jahr 2017: Der US-amerikanische Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson kündigte im Januar an, das Schweizer Biotechnologieunternehmen Actelion für USD 30 Mrd. zu übernehmen. Der Deal reiht sich in die fünf grössten Schweizer Transaktionen aller Zeiten ein.

Private-Equity, starker Franken und China

Grundsätzlich bleiben die Aussichten für die globale Wirtschaft positiv. Auch das noch günstige Zinsumfeld sorgt für viel verfügbares Geld für M&A-Aktivitäten. Besonders Private-Equity-Investoren, welche typischerweise einen hohen Fremdkapitalanteil ausweisen, profitieren zurzeit davon. So hat der Schweizer M&A-Markt auch im ersten Halbjahr 2017 relevante Private-Equity-Aktivitäten erlebt: Von den zehn grössten Transaktionen wiesen gleich drei einen Private-Equity-Käufer auf.

Durch den anhaltend starken Schweizer Franken bleiben Firmenzukäufe im Ausland weiterhin attraktiv. Diese stellen seit jeher eine wichtige strategische Komponente für Schweizer Unternehmen dar, welche damit ihre Absatzmärkte und ihr Produktportfolio diversifizieren können.

Die chinesische M&A-Aktivität hat sich zwar insbesondere aufgrund der neuen gesetzlichen Kapitalexportgesetzgebung in China ein wenig verlangsamt, ist im internationalen Vergleich aber immer noch stark. Der chinesische Appetit auf Investitionsmöglichkeiten auch in der Schweiz hält entsprechend an.

Finanzpolitische Unsicherheiten als limitierender Faktor

Die Finanzpolitische Entwicklung bleibt momentan einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf das Transaktionsgeschäft: Trotz zwischenzeitlicher Beruhigung bremsen die geopolitische Instabilität und die Entwicklungen in der EU und den USA den Akquisitionswillen von Unternehmen. Besonders der Brexit mit seinen noch unklaren wirtschaftlichen und rechtlichen Auswirkungen auf den M&A-Markt bleibt ein Unsicherheitsfaktor.

Trotz positiver wirtschaftlicher Entwicklungen und hohem Aktivitätsniveau ist aufgrund der finanzpolitischer Unsicherheit und einer allfälligen Zinswende kurzfristig kein starkes Wachstum im nationalen und internationalen M&A-Markt zu erwarten.

 

 

Weitere Informationen:

 


Leave a Reply

Your email address will not be published.