Berner Steuermonitor 2016

27.10.2016

KPMG und der Handels-und Industrieverein des Kantons Bern zeigen im «Berner Steuermonitor 2016» einen systematischen interkantonalen Vergleich der Besteuerung von juristischen und natürlichen Personen auf. Dabei werden die Gewinn-, Kapital- und Einkommenssteuersätze sowie die Einnahmenstruktur des Kantons Bern mit anderen Schweizer Kantonen verglichen. Aufgrund der aktuellen politischen Diskussion wird zudem die Auswirkung der Unternehmenssteuerreform III auf den Kanton Bern thematisiert.

Die Steuerbelastung und die Steuergesetze sind von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich. Im Vergleich mit den Nachbarkantonen sind im Kanton Bern die Einkommens- und Gewinnsteuersätze nach wie vor auf sehr hohem Niveau. Einzig mit der Kapital- und Vermögenssteuersätzen bleibt der Kanton Bern steuerlich relativ attraktiv, ist jedoch dem schweizweiten Trend zur Gewinnsteuersenkung nicht gefolgt. Mit Blick auf die Unternehmenssteuerreform III (USR III) muss der Kanton Bern das Steuersystem genau analysieren, um steuerlich attraktiv zu werden.

Dringender Handlungsbedarf bei der Unternehmensbesteuerung

  • Die Gewinnsteuersätze im Kanton Bern sind im nationalen Vergleich unverändert hoch –damit kann der Kanton Bern im tarifären Steuerwettbewerb für Unternehmen mit anderen Kantonen nicht mithalten.
  • Im Bericht des Regierungsrates an den Grossen Rat über die Steuerstrategie des Kantons Bern sieht dieser eine gestaffelte Senkung der maximalen Gewinnsteuerbelastung von 2019 bis 2022 von heute 21.6% auf 16.37% vor.
  • Bei der Kapitalsteuer ist der Kanton Bern nach wie vor attraktiv, insbesondere auch, weil die Anrechnung der Gewinnsteuer gilt.
  • Das Steuerharmonisierungsgesetz des Bundes sieht vor, dass die Kantone eine Kapitalsteuer erheben müssen. In der vorgenannten Steuerstrategie des Kantons Bern ist eine Anpassung des ordentlichen Tarifs von heute 0.3‰ auf 0.1‰ ab 2019 vorgesehen. Diese Senkung ist zwingend notwendig, wenn die besonderen Steuerstatus im Rahmen der USR III entfallen, hätten diese Gesellschaften deutlich höhere Kapitalsteuern als heute zu entrichten. Die Anrechnung der Gewinnsteuer an die Kapitalsteuer bleibt unverändert.

Hohe Besteuerung der natürlichen Personen

  • Bei der Besteuerung von natürlichen Personen rangiert der Kanton Bern unter den hohen Spitzensteuersätzen –und dies seit Jahren.
  • Mit der Einführung der Begrenzung des Pendlerabzuges verschlechtert sich die Situation u.U. für im Kanton wohnende, pendelnde Arbeitnehmer.
  • Ebenfalls verschlechtert hat sich die Steuersituation für Liegenschaftsbesitzer mit der ab 2015 greifenden generellen Erhöhung der Eigenmietwerte.
  • Ab 1.1.2016 können die berufsorientierten Aus-und Weiterbildungskosten steuerlich bis zu CHF 12’000 (Jahr) in Abzug gebracht werden.
  • Die Anzahl der gutverdienenden Steuerzahler im Kanton Bern ist entsprechend gering.
  • Dank einer vergleichsweise moderaten Vermögenssteuer (und hier insbesondere dank der «Vermögenssteuerbremse») ist es dem Kanton Bern gelungen, wenigstens einige sehr vermögende Steuerzahler zu halten.
  • Die Steuerstrategie 2019 sieht bei den natürlichen Personen, mit Ausnahme der Erhöhung des maximalen Abzugs für Drittbetreuungskosten von CHF 8’000 auf CHF 10’100 (ab 2019), keine weiteren Massnahmen vor.
  • Die Einnahmenstruktur des Kantons Bern zeigt deutlich, dass aufgrund des hohen Steueranteils von natürlichen Personen die Hände gebunden sind, solange keine «Ersatzeinkünfte oder Sparmassnahmen» verzeichnet werden können.

Finden Sie den kompletten Steuermonitor hier.


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