Wirtschaftskriminalität verursacht in der Schweiz Milliardenschäden

in Advisory, 22.02.2017

Der jüngste «KPMG Forensic Fraud Barometer» zeigt, dass 2016 an Schweizer Gerichten 57 Fälle von Wirtschaftskriminalität behandelt wurden. Das sind zwar deutlich weniger als im Vorjahr, doch der Gesamtschaden von über CHF 1.4 Mrd. liegt auf dem höchsten Stand seit Erfassung der Daten durch KPMG. Die durchschnittliche Schadenssumme bei Investoren betrug CHF 165 Mio., beim Staat CHF 13 Mio.

Die öffentliche Hand und Investoren sind am stärksten betroffen

Investoren (private und institutionelle Anleger) waren 2016 die am stärksten betroffene Gruppe von Geschädigten. Der Gesamtschaden belief sich bei dieser Opfergruppe auf rund CHF 1.16 Mia. und wies mit CHF 165 Mio. zudem den höchsten Durchschnittswert bei der Schadenssumme auf. Oft traten in diesen Fällen unabhängige Vermögensberater und Devisenhändler als Delinquenten auf.

Am zweithöchsten fällt der Gesamtschaden mit rund CHF 159 Mio. bei der öffentlichen Hand aus. Jedoch liegt hier die durchschnittliche Schadenssumme mit CHF 13 Mio. vergleichsweise tief. Im Vorjahr litten noch Privatpersonen sowie nichtkommerzielle Organisationen am stärksten unter der Wirtschaftskriminalität.

Grösste Gefahr droht durch Führungskräfte

Die häufigsten Delikte im Bereich der Wirtschaftskriminalität im zurückliegenden Jahr waren gewerbsmässiger oder einfacher Betrug. Die Motivation für die Täter lag oft in der Finanzierung eines aufwändigen Lebensstils (13 Fälle) oder im Abwenden des Konkurses der eigenen Firma (7 Fälle).

Bei der Wirtschaftskriminalität stellen Führungskräfte aufgrund ihrer internen Stellung und ihres Handlungsspielraums in den Unternehmen die grösste Gefahr dar: So war das Management in 58% aller Fälle alleine für die Taten verantwortlich und in weiteren 21% der Fällen zusammen mit Angestellten involviert.

Diese aktuellen Zahlen zeigen, welche immensen Schäden durch Wirtschaftskriminalität und insbesondere durch unternehmensinterne Tätergruppen, vor allem Kadermitglieder, angerichtet werden können. Entsprechend wichtiger wäre eine aktive Präventionsarbeit in den Organisationen.

Zahlen auf einen Blick

(für eine vergrösserte Ansicht auf Infografik klicken)

 

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