Zürcher Regierungsrat setzt sich für attraktivere Regeln im Steuerbereich ein

in Tax, 01.07.2016

Im Anschluss an das von den eidgenössischen Räten Mitte Juni geschnürte Paket zur Unternehmenssteuerreform III reagierte nun auch der Zürcher Regierungsrat. An seiner neulichen Medienkonferenz liess er sich steuerlich in seine Karten blicken: In Zukunft soll der ordentliche Gewinnsteuersatz für Unternehmen von derzeit 21.1% auf neu 18.2% (Vorsteuersatz für Bund, Kanton und Stadt Zürich) gesenkt werden, wovon sämtliche Unternehmen profitieren würden. Damit läge der Zürcher Gewinnsteuersatz zwar nach wie vor höher als in gewissen anderen Kantonen, aber dennoch stärkt der Kanton seine Position im kantonalen Steuerwettbewerb, zumal er weitere Massnahmen beschloss.

Weitere Massnahmen zum Erhalt der Standortattraktivität

Weiter soll für sämtliche Unternehmen eine zinsbereinigte Gewinnsteuer eingeführt werden. Diese würde es den Zürcher Unternehmen ermöglichen, auf deren überschüssigem Eigenkapital einen rechnerischen Zins steuerwirksam in Abzug zu bringen.

Im Weiteren sieht der Regierungsrat auch branchenspezifische Massnahmen vor. So sollen Technologie- und Forschungsunternehmen von einer Patentboxbesteuerung (Ermässigung von 90% der Patenterträge) sowie von einem erhöhten Abzug für Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen im Umfang von 150% profitieren. Schliesslich sollen Konzern- und Finanzgesellschaften in den Genuss einer tieferen Eigenkapitalbesteuerung kommen.

Gewisse Übergangsmassnahmen sehen zudem vor, dass die heute privilegiert besteuerten Unternehmen von einem Step-Up bzw. einem Sondersteuersatz während fünf Jahren profitieren sollen, um den fiskalischen Schock abzufedern (weitere Informationen in diesem Artikel).

Das letzte Wort liegt beim Kantonsrat – und wohl auch beim Zürcher Stimmvolk

Die Inkraftsetzung der vom Regierungsrat vorgeschlagenen Massnahmen hängt nun vom Gesetzgebungsprozess ab. Die Massnahmen des Regierungsrates werden vorerst in einer Vorlage zusammengefasst, um diese anschliessend in die Vernehmlassung zu schicken, zu der Interessengruppen Stellung beziehen können. Das letzte Wort wird jedoch der Kantonsrat haben, der die Vorlage verabschiedet oder – im Falle einer Volksabstimmung – das Zürcher Stimmvolk.

 

 

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